Das Sprachwerk – Die Literatur und das gesprochene Wort

Gemäß § 2 Abs. 1 Nr. 1 UrhG schützt das Urheberrecht „Sprachwerke, wie Schriftwerke, Reden und Computerprogramme“ als Werkart.

Das Sprachwerk umfasst alle Werke, welche sich direkt oder indirekt mit Sprache befassen, wobei es sich auch um eine Computersprache handeln kann. Das Werk beinhaltet somit allein das sprachliche Ausdrucksmittel. Das Wort selbst muss nicht niedergeschrieben sein. Anders ausgedrückt muss keine schriftliche Fixierung bestehen. So ist auch das spontan gesprochene Wort im gleichen Maß geschützt wie der 1000-seitige Roman.

Geschützt ist das gesprochene Wort genauso wie das Geschriebene. 

Zu den geschützten Sprachwerken zählen neben Belletristik und Sachbüchern, Zeitungsartikeln und Drehbüchern z.B. auch Reden, Predigen und Interviews. Ausschlaggebend ist, dass mit den Sprachwerken ein Inhalt übermittelt wird. Diese sind Teil der menschlichen Kommunikation und geben Gedanken und Ideen weiter. Immerhin handelt es sich ja auch um eine geistige Leistung eines Urhebers und die sollte einen Inhalt haben.

Auf die Länge des Werkes kommt es nicht an. Das kurze Gedicht ist genauso schutzfähig wie der dicke Wälzer. Allerdings kann es kurzen Werken schwerer fallen genügend Individualität und Inhalt aufzuweisen um damit ein Mindestmaß an Schöpfungshöhe zu erreichen. Ws nicht bedeutet, dass das unmöglich sei. Ein Beispiel für ein besonders kurzes Sprachwerk, welchem Urheberschutz zugesprochen wurde, ist das von Breton aus Salvador Dalí‘s Namen geschaffene Anagramm „Avida Dollars“.

Selbst eine kurze Wortfolge kann ein Sprachwerke sein. Die Anforderungen sind jedoch höher.

Was am Sprachwerk ist nun schutzfähig?

Schutzfähig ist nicht nur die individuelle sprachliche Darstellung sondern auch der Inhalt, welcher dem Werk zu Grunde liegt. Dafür muss es sich jedoch auch bei dem Inhalt um eine persönlich geistige Schöpfung handeln. Geschützt ist in diesem Zusammenhang die der Fantasie des Autors entsprungene Geschichte eines Romans. Daraus folgt auch ein Schutz der erfundenen Charaktere oder der Schutz bestimmter Objekte.

Hingegen ist der Titel des Werkes zumeist nicht schutzfähig. Hier muss sich der Urheber an das Titelschutzrecht aus dem Markengesetz halten. Dies führt dazu, dass selbst nach dem Auslaufen des Urheberrechts ein Schutz des Titels noch möglich ist.


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Kilian Springer
ks@kanzlei-ktr.com

Rechtsanwalt Kilian Springer berät Sie im Handels- und Gesellschaftsrecht, im Marken- und Urheberrecht und im IT- und Softwarerecht.Seine Begeisterung für Technik, Kunst und Innovation treiben ihn an und genau in diesen Feldern berät er Startups und Unternehmen von der Gründung bis hin zum Tagesgeschäft. Sie erreichen ihn unter der Nummer: 0341 - 24 700 252Oder auch per Mail an: ks@kanzlei-ktr.com

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